EIN ZURÜCK VON SICH

VON DEN NEBELN

Die Nebel sind heut alle hier
und hören in das Dorf hinein.
Wie es sinkt in sie. Wie es sinkt.

Die Glocke schlägt eine kalte Vier
in das Weiche hinein
welches das Klare ins Unklare bringt

Und ein Unerkanntes wagt sich nur hier hinaus
Es wird bleiben, nicht gleich verschwinden
Denn es ahnt: In diesen Nebeln werden sich
heute keine Zwei mehr finden


VON DER BESINNUNG

Die Besinnung
ist ein Zurück von sich
in einen Augenblick
hinter geschlossenen Augen
 
Sie legt einen Kreis
ganz flach und innerlich
und der Blick darauf
wird Stunden brauchen
 
Nun leg ich mich
in diesen Kreis hinein
Und werde Fläche
die mich trägt in mir
 
Die Besinnung ist
für mich jetzt da zu sein
Ich fresse Zeit nicht mehr
Ich koste nur von ihr


VON DEM BAUM

Seine lieben Krähen lästern.
Nur auf ihm. In den Morgen – in das Feld.
Doch wenn die Nebel gehen
ist der Baum auf sich gestellt

Gestern kam ein neuer Mann vorbei
an stillen Steinen. Am alten Garten.
und weiter westwärts einst Napoleon
wo heute die Appartements warten

Der Baum steht in der schönen Gerste
Sie wird jung. Er ist alt.
Und seine letzte Frage ist bereits gestorben:
Was ist das eigentlich, ein Wald?


VON DER EINSAMKEIT

Klagen zürnen leis
den Seinen,
lassen
einen Himmel leiden

Der krumme Greis
will weinen,
niemals mehr
den Niesel meiden

An kaltem Gleis
der Bach,
kein Trost
kann Nebel schneiden

Im Windeseis
stirbt, ach,
ein fernes
Lied der Weiden



VON DER STILLE

Ein Stundenpuls

schläft flach

sich in den See
Und Schilf
Und Stein
in Eis
Auf einem toten Ast

geharschter Schnee

als Kruste

Nur ein Erpel
putzt heimlich sich
aber ohne Nest