Brücken!

Hier steht eine Brücke. Mal hinübergehen? Mal schauen, sich ein neues Bild machen? Umkehren ist jederzeit erlaubt. Was ihr da drüben findet?

 

Aber Vorsicht, es besteht Rutschgefahr. Denn die Themen und Probleme sind anders, vielleicht unglaublich - oder diffus bekannt. Und vor allem: Sie sind scheinbar nicht änderbar.

 

Das ist falsch. Es gibt mittlerweile sehr viele Vereine, Helfer, Kritiker, die auf verschiedenen oder speziellen Gebieten gegen das Bild ankämpfen, welches oft in der Gesellschaft ganz simpel gezeichnet wird: Das Männliche ist im Zweifel vor allem bedrohlich, frauenfeindlich und nicht lobenswert, es soll Ungerechtigkeiten ertragen. Das Weibliche gilt dagegen als modern, ist gut beleumundet in der Gesellschaft, stark oder je nach Situation dann wieder verletzlich, schutzbedürftig und deshalb bevorzugbar. Frauen muss geholfen werden, so der offizielle Tenor.

 

Doch stimmt das? Oft stimmt es nicht. Das wirkliche Bild ist meist anders, differenziert, überraschend.

 

Hier drei wichtige Themen - und die, die sich trauen, den Mund aufzumachen.

 

 



Das Wechselmodell

Eltern trennen sich - nicht zu knapp in Deutschland. Und dann? Dann wird aus Familien plötzlich ein strikte Trennung in Alleinerziehende und Zahlvater vollzogen - über das Residenzmodell: Die Kinder kommen fast immer zur Mutter, der Papa ist vor allem ein plötzlich seltener Gast, ein solventes Konto auf zwei Beinen. Der Staat will dieses Modell, aber beklagt gleichzeitig dauernd Familienkonflikte, arme Alleinerziehende, angeblich unterhaltssäumige Väter. Dabei wäre es eine Lösung, das sogenannte Wechselmodell endlich als Vorzugsvariante zu etablieren. Dabei teilen sich Mutter und Vater die Zeit mit dem Kind - im Idealfall halb halb. Andere europäische Staaten machen dies bereits vor.

 

Natürlich löst dies nicht jedes Problem. Aber: Beide Eltern sind gleichberechtigt. Ein Machtgefälle, das die Mutter bevorzugt, gibt es nicht. Und damit eine bessere Chance, eine win-win-win-Situation zu kreieren - am besten noch, wenn man eine bei Trennungen sowieso oft nötige, deeskalierende Beratung dazuschaltet. Genau dies sollte die Aufgabe des Staates sein, so viel wie möglich familiäre Strukturen nach den Trennungen aufrecht zu erhalten. Heute kann ein Vater auch schon das Wechselmodell machen - aber er ist immer vom Wohlwollen der Mutter abhängig. Denn die Rechtssprechung sagt zum Beispiel: Selbst, wenn der Vater 49 Prozent der Zeit das Kind hat, muss er vollen Unterhalt zahlen.

 

Aber was schreibe ich so viel. Lest selbst nach. Hier zwei Vorschläge:

 

Wechselmodell

 

Rosenheimer Modell

 

 

 


Der Sexismus

Es ist derzeit gesellschaftlich erlaubt, Männer als Männer an den Pranger zu stellen - vor allem im sexuellen Bereich. Doch es gibt auch Frauen, die die Debatte auf dem Rücken aller Männer verurteilen, kritisieren. Mit Interesse habe ich zum Beispiel Svenja Flaßpöhler im Radio gehört und ihr Buch gelesen. Die Chefredakteurin des "Philosophiemagazins" sagt, sie halte die metoo-Debatte mit ihrem Anklagegestus und ihrer pauschalisierenden Verurteilung von Männern, die man der sexuellen Gewalt bezichtigt, für verfehlt und auch für unreif. Sie fordert in ihrer Streitschrift "Die potente Frau" von den Frauen stattdessen: Raus aus der Opferecke, hin zu einem autonomen Handeln.

 

Flaßpöhler kritisiert die Frauen, die sich nur als Opfer darstellen, gleichzeitig aber jede Handlungsautonomie vermissen lassen.

 

Wer eine Welt ohne Belästigung will, will in letzter Konsequenz eine Welt ohne Verführung. Flaßpöhler sagt: "Ja, das Problem ist doch gegenwärtig, dass immer so getan wird, als gäbe es da auf der einen Seite die gute, demokratische, unambivalente Sexualität, wo alles immer ganz klar ist. Und dann gibt es die böse Sexualität, wo irgendwie unterworfen wird und wo Macht eine Rolle spielt."

 

Interview


Die Lohnlücke

Die Lohnlücke ist eines der umstrittensten Themen im Lande. Gleich einem Mantra wird uns gesagt, Frauen verdienen im Jahr im Schnitt etwa 21 Prozent weniger als Männer. Um es besser zu verkaufen, wird dies flott Gender Pay Gap genannt ... Doch stimmt die Lücke? Es gibt sehr viele Kritiker, denn es gibt die unbereinigte und die bereinigte Lohnlücke - es gibt strukturelle Gesichtspunkte. Und vielleicht entscheiden auch Frauen einfach anders als Männer, was ihnen beruflich wichtig ist? Ist die Lohnlücke, wie klein sie auch auch ist, wirklich eine Geschlechterfrage - oder doch eher eine soziale?

 

In einer repräsentativen Studie des Bundesfamilienministeriums von 2016 hatten Frauen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren etwa die gleichen Schulabschlüsse wie Männer - und 82 Prozent hatten eine berufliche Qualifikation. Dennoch waren nur 39 Prozent der Frauen in Vollzeit beschäftigt, aber 88 Prozent der Männer. Nehmen die Männer den Frauen also die Arbeit weg - oder gibt es andere Gründe?

 

Übrigens: In vielen Teilen Ostdeutschlands verdienen Frauen mittlerweile mehr als Männer. Ein Aufschrei der Politik wie beim Gender Pay Gap habe ich diesbezüglich noch nicht vernommen ...

 

Hier mal ein Link zum kritischen Einstieg zur Lohnlücke auf Kosten der Frauen. Natürlich findet ihr auch Kritiker der Kritiker - bildet euch selbst ein Urteil.

 

Lohnlücke