Schieflage


Geduld? Muse? Nun, die folgenden  Themen sind nicht in wenigen Sätzen erklärt. Daher könnt ihr über verschiedene Brücken laufen, um einzelnes oder alles mal  von einer anderen Seite zu betrachten. Es geht um einen hysterischen Seximus und die Lohnlücke als Lohnlüge, es geht um betroffene Menschen einer männer- und väterfeindlichen Gesellschaft.

 

Die Schieflage ist bedrohlich für uns alle.

 

Es geht aber auch um Männer, die etwas tun gegen einen Allmachtsfeminismus, der entweder vesteckt oder ganz offen den Diskurs (wenn man ihn denn noch so nennen kann) zu  bestimmen versucht. Und der uns zwingen will, in Kategorien von guten Frauen und problematischen Männern Handlungsfelder zu bestimmen. Anstant über Menschen und mögliche Verbesserungen für ihr Leben zu reden.

 

Womöglich sind meine Worte gewöhnungsbedürftig. Ihr könnt hier auch aussteigen - oder aber mal ein paar Schritte laufen:  Es gibt insgesamt fünf Brücken. Entscheidet selbst, ob ihr über alle gehen wollt, dann drüben bleibt und euch weiter informieren möchtet. Oder wieder umkehrt. 


Meine Meinung: GESCHLECHTERPOLITIK NUR FÜR FRAUEN IST falsch


Kurze fassung

Männer sind ein wichtiger Teil der Gesellschaft. Ebenso wie Frauen. Jeder von uns ist ein Mensch.

 

Doch Kategorien wie Wertschätzung, Lohngerechtigkeit, Gewalt, Familie, Sex oder Werbung sind im öffentlichen Diskurs strikt aufgeteilt in Frauen als Benachteiligte oder Opfer auf der einen, Männer als Täter oder Nutznießer auf der anderen Seite. Das spaltet die Gesellschaft.

 

Die Geschlechterpolitik überbrückt dieses Spaltung nicht, sie forciert sie sogar, indem sie fast ausschließlich Politik für Frauen macht. Fast kein Handlungsfeld ist davon ausgenommen. 

 

Die Geschlechterpolitik spricht auch nicht mehr von Gleichberechtigung - sondern von Gleichstellung. Ersteres ist Chancengleichheit, die ein gerüttelt Maß an Eigenverantwortung fordert. Gleichstellung ist nichts anderes als Ergebnisgleichheit. Sie erfordert massive Eingriffe - und stellt letztlich die Freiheit in Frage.

 


Lange fassung

Sie sind Millionen. Fensterputzer, Schauspieler, Väter, Bastler, Rentner, Geschäftsführer, Busfahrer, Vereinsmitglieder, Schulweghelfer, Steuerzahler, Lehrer, Automechaniker, Soldaten, Unterhaltszahler, Trainer, Köche, Müllmänner, Erzieher, Nachwuchssportler, Polizisten, Gemeinderäte, Forscher, Ehemänner, Freunde.  Sogar Astronauten. Oder Weltmeister (oder Ex-Weltmeister, grins). Nicht nur im Fußball.

 

Männer sind ein wichtiger Teil der Gesellschaft. Ebenso wie Frauen. Jeder von uns ist ein Mensch.

 

Jedoch: Wir leben in einer Gesellschaft, die Problemfelder in Opfer- und Tätergruppen festlegt und diese Gruppen mit Merkmalen versieht. Ein solches, fast alle politischen Handlungsfelder durchdringendes Merkmal ist das Geschlecht. Meine Beobachtung: In Deutschland ist Geschlechterpolitik fast ausschließlich Frauenpolitik, sie wird mit viel Geld gefördert.Männer, Väter, Jungs finden kaum statt. Sie sind vor allem unsichtbar gemacht - oder stehen als Gruppe immer wieder im grellen Scheinwerferlicht: Alle Männer sind dann die Gewalttäter, die Schulversager, die Sexisten, die Besserwisser, die Witzfiguren, die Lohnlückengenießer, die Vergewaltiger, die Autobahnraser, die Kindervernachlässiger. Eben das Patriachat, dass Frauen angeblich schon immer unterdrückt hat.

 

In der Fachsprache bedeutet das Misandrie. Männerfeindlichkeit. Ein alter weißer Mann ist heute kein Rentner, der ein Leben lang gearbeitet hat und laut Statistik fünf Jahre frührer stirbt als seine Frau. Ein alter weißer Mann ist heute vor allem Synonym für Begriffe wie rückständig, senil, verbohrt, an allem Schuld. Alte weiße Männer sind als eine Tätergruppe im irrwitzigen Geschlechterkrieg definiert. Und nicht nur die alten Männer. Das ist nicht redlich.

 

Es gibt den stets geleugneten Krieg, den Feministinnen seit mehr als 50 Jahren gegen Männer und emanzipierte Frauen führen, mit verheerenden Folgen für die gesamte Gesellschaft.

 

In dieser Gesellschaft leben wir heute.

 

Der Mann als Feindbild. Feinde sind oft das Produkt von Ideologien. Der Feminismus ist eine Ideologie, denn es findet ein verhärteter Diskurs statt. Moralische Diskreditierung von Kritikern ist probates Mittel - es sind nicht mehr die Argumente, die gehört werden wollen.

 

Ein Beispiel ist die häusliche Gewalt. Was passiert in der Problemanalyse? Hier wird ausschließlich der Fokus auf Frauen als Opfergruppe, Männer als Tätergruppe gelegt. Die Bundesregierung pumpt die kommenden Jahre wieder dreistellige Millionenbeträge - von uns Steuerzahlern - in neue Frauenhäuser. Dabei gibt es bereits grob 350. Noch mehr Frauentelefone werden geschaltet, Anlaufstellen angeboten und ausgebaut.

 

Nur: Ein nennenswerter Teil - offiziell: statistisch im Schnitt ein Viertel - der Gewalttäter sind gar keine Männer. Es sind Gewalttäterinnen.

 

Es ist schon verblüffend, wofür Männer sonst noch so alles alleine herhalten müssen. Einige Beispiele:

 

Die Männer lehnen Tempo 130 auf Autobahnen ab

Richtiger ist: Etwa 40 Prozent (!) aller Autofahrerinnen (!) wollen keine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen - etwa 40 Prozent (!) der Männer (!) dagegen schon. 

 

Nur Männer sind Unterhaltspreller

Falsch. Und: Ein Großteil aller unterhaltspflichtiger Frauen zahlt nicht. Bundesfrauenministerin Franziska Giffey: "Wir müssen an das empfindlichste Teil des Mannes: Seine Geldbörse."

 

Die Sprache ist männlich

 Mal nachdenken: Wir haben zum Beispiel sehr viel weniger Soldatinnen als polizeilich erfasste Täterinnen - aber nur erstere Gruppe findet im Gender-Sprech permanent statt.

 

Männer verdienen 21 Prozent mehr als Frauen

Das wird jedes Jahr propagiert. Und stimmt so nie. Ebenso der Unterton, dass die Lohnlücke ein Problem zwischen den Geschlechtern abbildet, sozusagen als Täter-Opfer-Narrativ. Wenn, dann ist das Thema nicht so simpel: Für die gleiche Arbeit verdient ein Mann in Parchim wahrscheinlich einfach mal weniger als einer - oder: eine? - in München. Und im Osten verdienen in vielen Regionen im Schnitt Frauen tatsächlich mehr als Männer.

 

Nur Frauen sind Opfer diskriminierender Werbung

Der jüngste Väter-Spot von Edeka war Beweis und schändlicher Höhepunkt etlicher Spots, das obiges so nicht zutrifft.

 

Wegen der Männer haben wir einen Rechtsruck

26 Prozent der ostdeutschen Männer votierten für die AfD zur vergangenen Bundestagswahl, aber eben auch 17 Prozent der ostdeutschen Frauen. In Westdeutschland: 13 zu 8 Prozent. Für Trump haben übrigens 53 Prozent der weißen Frauen gestimmt.

 

Nur Frauen sind Opfer des Gender Pricing Gap

Stimmt schlicht nicht. Nicht nur Frauen bezahlen für manche Produkte mehr Geld als Männer - sondern auch umgekehrt. Zudem müssen Männer Lady-Nights in Diskos oder Datingportale finanzieren.

 

Alte weiße Männer sind schlecht

Alte weiße Männer, also böse Rentner, sind ehrenamtlich häufiger engagiert als Rentnerinnen.

 

Die heutige Geschlechterpolitik spricht nicht mehr von Gleichberechtigung, Chancengleichheit - denn die ist längst erreicht. Alle können zur Wahl gehen, jeden Beruf ergreifen, ihre Freizeit gestalten, Familien gründen, ihre Meinung sagen. Aber: Chancengleichheit fordert eben immer auch Eigenverantwortung. Das Mitmachenwollen. Die Initiative.

 

Der Ruf vieler Feministinnen ist sinngemäß jedoch oft dieser: Frauen  stellen die Hälfte der Menschheit. Frauen fordern daher auch die Hälfte an Teilhabe.

 

Mein Hinweis: Fordern reicht leider nicht. Mitmachen ist gefragt. Handeln ist gefragt. Manchmal auch Durchbeißen. Wenn etwa im Bundestag nicht genug Frauen sitzen, liegt das womöglich daran: In allen Parteien stehen Frauen zwar die Türen offen - aber die meisten wollen schlicht nicht durchgehen. Oder interessieren sich nicht mal für die Türen. 

 

Oder warten, dass sie durch die Tür direkt ans Rednerpult getragen werden. Und genau hier endet Gleichberechtigung. Und die  Gleichstellung beginnt.

 

Genau diese ist in der Geschlechterpolitik schon lange alternativlos. Mit Stabsstellen, millionenschweren Personalkosten und grob geschätzt etwa 1400 Gleichstellungsbeauftragten, die früher übrigens noch Frauenbeauftragte hießen. Hier gilt das Narrativ  der ausgebremsten Frau, der alles verwehrt wird und der deshalb massiv geholfen werden muss. Es geht auch nur um Frauen, auch wenn offiziell "Gleichstellung von Frauen und Männern" als Ziel etwas anderes suggeriert. Hier dürfen auch oftmals nur Frauen als Gleichstellungsbeauftragte kandidieren und nur von Frauen gewählt werden - womit nach mehr als 100 Jahren Wahlrecht für alle Frauen (und übrigens auch erst dann für die allermeisten Männer) demokratische Grundregeln ausgehebelt werden.

 

Diese  Gleichstellung ist nichts anderes als eine Ergebnisgleichheit. Wenn Frauen irgendwo unterrepräsentiert sind, wird daraus ein Politikum, es wird anderen die Schuld gegeben und diesen anderen oft der Zugang an Teilhabe verwehrt, bis ein Gleichheitsergebnis erreicht ist. Das ist überall zu beobachten. Wie tief verankert diese Politik ist, zeigt sich auch daran, dass selbst Kritikerinnen der Gleichstellung nicht so recht durchdringen.

 

Gleichstellung ist Staatsräson, erfordert viel Ideologie, dazu massive Eingriffe, die wiederum viel Geld kosten - gleichzeitig aber ist Gleichstellung oft nur dort ein Thema, wo es attraktiv ist. Von einer Frauenquote in der Müllabfuhr habe ich noch nichts vernommen.  Dagegen gibt es beispielsweise millionenschwer geförderte Professorinenprogramme, Unternehmen müssen die Quote in Chefetagen erfüllen, selbst Soldatinnen werden massiv umsorgt, gut befördert und dürfen sogar lange Haare tragen. Soldaten dürfen das nicht. Entschied jüngst erst ein hohes Gericht.

 

Gleichstellung gekoppelt mit einseitigen Schuldzuweisungen an alles Männliche stellt letztlich die Freiheit von uns allen in Frage. Sie schafft neue, immense  Ungerechtigkeiten, trägt die individuelle Autonomie zu Grabe. Und vegiftet so ganz nebenbei unser aller Zusammenleben. 

 

Männer sind für die Republik 1918 in Deutschland gestorben, und damit auch für das Wahlrecht. Frauen haben auf den brennenden Barrikaden der französischen Revoulution gestanden, um eine gerechtere Gesellschaftsordnung zu erstreiten - neben den Männern. Nur zwei Beispiele einer Geschichte: Beide Geschlechter sind Komplemtärwesen, sie haben noch nie gegeneinander, sondern immer miteinander für bessere Lebensbedingungen gestritten. Das kollektive Gedächtnis genau daran zu erinnern und endlich wieder so zu handeln, sollte unsere dringlichste Aufgabe sein.  



Schreibt mir - oder besser: Diskutiert mit anderen

Diese Seiten sind keine Dogmen mit Buchstaben. Sie sind Brücken. Und egal ob ihr rübergeht, drüben bleibt oder wieder umkehrt: Schreibt mir eure Erfahrungen, gebt mir eure Sicht, gebt mir Zustimmung - oder kritische Gegenargumente. Oder noch besser: Lest einfach und diskutiert mit Anderen. Denn genau dies fehlt in der einseitigen Geschlechterpolitik, die viele Leute unkritisch hinnehmen. Leider auch wir Männer.